Innovative Kirche -
wie soll das aussehen?
Kirche kann von moderner Unternehmensführung lernen, und es wird ihr
guttun, wenn sie es macht - das ist meine Überzeugung. Diese Seite bietet
Ihnen Genaueres.
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- "Sachte, sachte! Kirche ist doch kein Unternehmen!?"
- "Erfolg bedeutet für Unternehmen
Rendite - und für die Kirche?"
- "Was sagt denn die Unternehmensberatung McKinsey zur Kirche?"
- "Zur Sache: Was ist das Innovative
an der innovativen Kirche?"
- "Werden wir jemals dahin kommen?"
- "Ist das alles, was Sie zu bieten
haben?"
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Die Kirche - ein Unternehmen?
In der Tat: Die Kirche ist ein Unternehmen. Und doch keines. Denn Unternehmen
ist ja auch nicht gleich Unternehmen. In der Betriebswirtschaft unterscheidet
man zwischen
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Profit Organisation (PO) |
Unternehmen, dessen Ziel die Erwirtschaftung von Profit ist (die Mehrheit
der Unternehmen). |
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Non Profit Organisation (NPO) |
Unternehmen oder Organisationen, die ein ideeles Ziel verfolgen und
keinen Profit erwirtschaften müssen (Rotes Kreuz, Caritas, Björn-
Steiger- Stiftung). |
Wo würden Sie eine Kirche einordnen? Sicherlich unter den Organisationen,
die ideele Ziele verfolgen. Und selbst dann gibt es einige Aspekte, die Kirchen
mit Unternehmen gemeinsam haben:
- Finanzen: Die Leute von der Kirche müssen mit dem ihnen
anvertrauten Geld verantwortlich umgehen (nicht nur aus Verantwortung vor
Gott, sondern auch aus Verantwortung vor den Gebern!).
- Mitarbeitermanagement: Die Kirche hat Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter, die sie professionell führen muß.
- Public Relation: Die Kirche ist auf finanzielle Unterstützung
angewiesen und muß die Aufgaben, für die sie Geld braucht, den
potentiellen Spendern vermitteln. Auch wenn ein satter Grundbetrag durch die
Kirchensteuer kommt, muß die Kirche ihre Mitglieder überzeugen,
daß es gut ist, weiterhin Kirchensteuer zu zahlen.
- Marketing: Die Kirche muß jedes ihrer Angebote so plazieren,
daß die Mitglieder es gerne wahrnehmen. Was nützt der schönste
Gottesdienst, wenn keiner kommt? Was hilft die beste Botschaft der Welt, wenn
sie ungehört bleibt?
Immer mehr Kirchenleute sind davon überzeugt, daß die Kirche in
jedem dieser Bereiche professionell arbeiten muß. Eine besondere Anforderung
stellt dabei die Tatsache, daß Kirche mit der modernen Medienwelt umgehen
muß. Eine Organisation, die auf freiwillige Gaben angewiesen ist, muß
einen Geberkreis finden, will sie überleben.
Mein Fazit: Kirche ist ein Non Profit Unternehmen. In den oben genannten
Bereichen kann sie deshalb durchaus von moderner Unternehmensführung
lernen.
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Erfolg in der Kirche
"Wer in der Kirche arbeitet, darf nicht von Erfolg sprechen!" - Diese Ansicht
habe ich lange gehört und mich lange an das ungeschriebene Gesetz des
Schweigens gehalten. Ich bin inzwischen aber der Meinung, daß ich gute
Gründe habe, auch in der kirchlichen Arbeit von Erfolg oder Mißerfolg
zu reden.
Will Gott Erfolg? Ja, er will. Das ist keine amerikanische Mittelstandsfrömmigkeit,
sondern lebt von der Überzeugung, daß Erfolg in der Kirche bedeutet:
- die Botschaft, die die Kirche hat, zu Gehör bringen. Erfolg
ist, wenn Menschen die Botschaft der Bibel hören. Mißerfolg ist,
wenn die Botschaft nicht gehört wird.
- Menschen von der Wahrheit der christlichen Botschaft überzeugen.
Mißerfolg ist, wenn jemand sich nicht überzeugen läßt.
- andere Christen zur Mitarbeit an dieser Aufgabe motivieren.
Mißerfolg ist, wenn ich mein Leben lang "auf verlorenem Posten kämpfe".
- Menschen in der Gemeinde Gemeinschaft zu bieten. Mißerfolg
ist, wenn die Gemeinde abschreckend erlebt wird.
- anderen karitativ zu helfen. Mißerfolg ist, wenn Menschen
in einer christlichen Gesellschaft verhungern, erfrieren oder seelisch zugrunde
gehen.
In der Bibel steht dazu übrigens der Satz: "Gott will, daß allen
Menschen geholfen wird und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen." Eine beeindruckende
Zielvorgabe!
Wer so von Erfolg und Mißerfolg in der kirchlichen Arbeit redet,
geht von dreierlei aus:
- Auch kirchliche Arbeit hat eine Qualität. Sie liegt zwischen
qualitativ gut und qualitativ schlecht. Es kommt also nicht einfach darauf
an, etwas zu tun. Es kommt auch darauf an, es gut zu machen.
- Wer erfolgreich arbeiten will, muß auch in der Kirche Mißerfolg
als solchen deutlich benennen.
- Von Erfolg oder Mißerfolg kann man nur dann reden, wenn man
sich Ziele gesetzt hat und sich dieser Ziele bewußt ist.
Freilich verleugne ich nicht, daß Mißerfolg zur kirchlichen Arbeit
gehört. Die Botschaft, die die Kirche hat, findet nicht nur Freunde.
Diese Einsicht erspart mir aber nicht die Anforderung, qualitativ gut zu
arbeiten.
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Die McKinsey-Untersuchung
Da die Kirche ein (Non Profit) Unternehmen ist, kann sie
auch als solches beraten werden. Die Unternehmensberatung McKinsey untersuchte
1995/96 die Evangelische Kirche in München. Das Projekt heißt "Evangelisches
München-Programm". Hier eine (sehr) kurze Zusammenfassung der Ergebnisse.
"Die Evangelisch-Lutherische Kirche in München will für das Leben
und den Glauben von Menschen in der großstädtischen Gesellschaft
attraktiver und bedeutsamer werden."
Dabei kann diese Kirche dreierlei bieten:
- Sie verkündigt die christliche Botschaft von der Liebe Gottes.
- Sie handelt zeichenhaft (Nächstenliebe, Bewahrung der Schöpfung,
gesellschaftliche Verantwortung).
- Sie bietet erfahrbare Gemeinschaft.
Die Neuausrichtung der Kirche wird an drei Punkten ansetzen:
- Strukturen: Die Strukturen sollen so verändert werden,
daß das Dekanat (die oberste Kirchenbehörde in München) die
Gemeinden besser führen und unterstützen kann (effektive Verwaltung,
kollegiale Leitung, Förderung von Mitarbeiter/innen, neue Entwicklungsstelle).
- Mitarbeiter/innen: Sie sind das wichtigste Kapital der Kirche
und sollen systematisch unterstützt und gefördert werden.
- Angebote:
Die Kirche braucht ein System, mithilfe dessen sie ein Angebotskonzept erstellen
und laufend überprüfen kann. Jedes einzelne Angebot soll dabei
stärker als bisher an den Zielen der Kirche ausgerichtet werden.
Das München-Programm wird zur Zeit umgesetzt.
Quelle: Das Evangelische München-Programm. Evangelisch-Lutherische
Kirche in Bayern, Dekanat München. Zusammenfassung der Ergebnisse vom
22. Juli 1996.
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Ganz konkret: innovative Ideen
Hier einige Ideen für eine innovative Kirche:
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Zielorientierung und -controlling.
Jede Kirche, jede Gemeinde, jede Gruppe in der Gemeinde sollte sich ihres
Auftrags bewußt sein und sich entsprechende Ziele setzen. Die Ziele
müssen so konkret sein, daß meßbar sein wird, ob sie erreicht
sind oder nicht. Regelmäßig wird dann kritisch hinterfragt, wie
weit man dem Ziel nähergekommen ist. |
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Angebotsorientierung.
Wie in der McKinsey-Untersuchung vorgeschlagen, braucht
die Kirche ein System, nach dem sie ihre Angebote überprüft. Sie
fragt sich: Erreichen wir mit diesem Angebot unser Ziel? Erreichen wir damit
Menschen? Welche Angebote brauchen wir in Zukunft? |
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Mitarbeitermanagement.
Die Mitarbeiter in der Kirche, ob bezahlt oder ehrenamtlich, brauchen Zielvorgaben,
fachkundige Begleitung, regelmäßige Fortbildung, Entwicklungsperspektiven,
usw. Wie in jedem modernen Industriebetrieb darf dies nicht dem Zufall überlassen
werden, sondern braucht System. |
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Verbesserungsvorschlagswesen.
Warum sollen nicht auch Mitglieder einer Kirchengemeinde Verbesserungsvorschläge
machen. In der Industrie weiß man: Wer auf die guten Ideen der Mitarbeiter
(hier: aller Mitglieder) verzichtet, straft sich selbst. Auch hier gilt: Nur
der Aufbau eines geregelten Systems verhindert, daß alles im Sand verläuft. |
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Finanz-Controlling.
Wer verantwortlich mit dem anvertrauten Geld umgeht, muß Rechenschaft
darüber ablegen können, was wieviel kostet, wie sich die Kosten
in einem Projekt entwickelt haben, usw. Das dient auch der Transparenz. |
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Struktur- und Bewußtseinsreform.
Die Strukturen in der Kirche müssen klarer werden. So klar, daß
sie effizient sind und daß die Mitglieder der Kirche erkennen können,
wie sie mitwirken können, etwas bewegen können, Ideen einbringen
können, usw. Die Zukunft wird Teamarbeit immer wichtiger machen. Damit
diese ausgebaut wird und gelingt, braucht es meiner Einschätzung nach
noch einen deutlichen Bewußtseinswandel. |
Natürlich sind diese Ideen nicht alles. Auch Ihre Ideen zum Thema interessieren
mich. Meine eMail-Adresse finden Sie am Seitenende.
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Wie wir zu einer innovativen Kirche kommen.
"Die Kirche ist ein Supertanker, den man nicht so einfach wenden kann", sagte
vor kurzem ein hochstehender württembergischer Kirchenmann. Ich sehe
aber dennoch Möglichkeiten, die innovative Kirche noch zu erleben. Schritte
dazu können sein:
- Miteinander reden, für die Sache werben (Bewußtseinsarbeit).
- Einfach ausprobieren (wenn Sie's schon tun, freue ich mich über
eine Nachricht)
- Die Medien auf gelungene Versuche aufmerksam machen.
- Die Sache mit Gott besprechen.
Herzlichen Dank, daß Sie sich die Zeit genommen haben, bis hierher
zu lesen. Ihre Meinung interessiert mich!
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Copyright © 2003, Andreas Roß